Eine private Krankentagegeldversicherung zählt für Freiberufler und Selbstständige zu den wichtigen Versicherungen. Aber auch für gesetzlich Versicherte kann eine ergänzende Absicherung für den Krankheitsfall von Vorteil sein. Nämlich dann, wenn das Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

Besserverdienende Arbeitnehmer können eine private Krankentagegeldversicherung abschließen

Das ganz normale Krankengeld, das von den gesetzlichen Krankenkassen im Anschluss an die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber bezahlt wird, beträgt höchstens 90% des Nettoeinkommens. Die Berechnungsgrundlage ist demnach das Nettogehalt, allerdings gibt es hier eine Höchstgrenze. Diese Maximalgrenze liegt derzeit (2016) bei 4.237,59 Euro. Im Klartext heißt das: Das gesetzliche Krankengeld kann höchstens ca. 3.800 Euro erreichen. Es kann also eine nicht unerhebliche Einkommenslücke entstehen, die durch eine private Krankentagegeldversicherung geschlossen werden kann.

Krankentagegeldversicherung für Selbstständige und Freiberufler

Für Freiberufler und Selbstständige ist eine private Zusatzversicherung für Krankentagegeld unumgänglich. Anders als bei der GKV zahlt die PKV (Private Krankenversicherung) aus den gängigen Tarifen kein Krankengeld. Dazu kommt noch die Tatsache, dass ein Freiberufler oder Selbstständiger in der Regel ab dem ersten Krankheitstag kein Einkommen bezieht – während der Personenkreis der gesetzlich Versicherten je nach bestehendem Tarifvertrag mit einer Lohnfortzahlung für einige Wochen rechnen kann, bevor der Arbeitgeber seine Zahlungen einstellt und die Krankenkasse mit Krankengeldleistungen eintritt. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Redakteure, Journalisten, Künstler und andere Freiberufler sind ab dem ersten Krankheitstag auf sich allein gestellt. Die Miete und andere Verpflichtungen müssen aber trotzdem bezahlt werden. Wenn es schlimm kommt, kann eine Krankheit auch über ein durchschnittliches Maß von einer bis zwei Wochen hinausgehen. Bei bestimmten Erkrankungen sind vier bis acht Wochen und länger keine Seltenheit. Wenn keine private Krankentagegeldversicherung besteht, kann diese Situation direkt in den finanziellen Ruin führen. Tragisch, wenn dann auch noch eine Familie mit dran hängt.

Diese Kriterien bestimmten den Beitrag einer Krankentagegeldversicherung:

  • Höhe der Versicherungsleistung
  • Vertraglich vereinbarter Leistungsbeginn
  • Leistungspflicht während einer Wiedereingliederungsphase
  • Leistung bei Arbeitslosigkeit, die während der Krankheitsphase eintritt
  • Anpassung der Tagegeldhöhe bei Gehaltserhöhung ohne Gesundheitsprüfung

Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter lohnt sich auf jeden Fall. Besonders gut sind Vergleichsrechner für Krankentagegeld, wenn sie auf die individuellen Voraussetzungen des Nutzers abgestimmt werden können, insbesondere in Bezug auf die Höhe des Einkommens. Es gilt bei der Wahl der richtigen Tagegeldversicherung nämlich noch ein weiteres Kriterium zu beachten:

Bei der versicherten Krankentagegeldleistung muss das Bereicherungsverbot beachtet werden:

Private Versicherungen unterliegen den Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Dort ist festgelegt, dass eine Krankengeldzahlung aus gesetzlichen oder privaten Leistungen in der Summe nicht höher sein darf, als das vorher erreichte Nettoeinkommen. Einige Vergleichsportale berücksichtigen diese Tatsache und fragen beim Bedienen des Versicherungsrechners das Einkommen ab. Zur Auswahl kommen dann nur solche Angebote, die dem Bereicherungsverbot entsprechen.

Fazit: Eine Krankentagegeldversicherung ist für Selbstständige existenziell wichtig. Für gesetzlich Versicherte mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze ist eine ergänzende Tagegeldversicherung komfortabel, nicht zwingend notwendig, aber sehr empfehlenswert.

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