Puukkos Tipp: Warnzeichen erkennen!

Ausgebrannt! Die Diagnose Burnout kommt unverhofft, schlägt wie eine Bombe ein – obwohl sie sich lange angekündigt hat. Oftmals hat das direkte Umfeld der Patienten schon lange vor den Betroffenen selbst die Tendenzen erkannt und zu einer Änderung der Lebensführung geraten. Aber gut gemeinte Hinweise auf längst überfällige Pausen, auf längere Ruhephasen und überhaupt auf weniger Stress wurden in den Wind geschlagen. Es dauert lang, bis auch die letzten Kraftreserven aufgebraucht sind und die Knie nachgeben.

Keine Zeit für Burnout – wer diese Einstellung hat, steuert direkt auf das zu, zu dessen Vermeidung man vorher scheinbar keine Zeit gehabt hat. So holt sich der Körper eben mit Vehemenz, was ihm zum Weitermachen fehlt: Erholung. Damit ist auch schon der erste Schritt in Richtung Ausweg getan, denn jede Burnout Therapie fängt spätestens mit einem Zusammenbruch und der danach erzwungenen Entspannungsphase an.

Vier Schritte auf dem Weg aus dem Burnout

Ist die Burnout Falle erst einmal zugeschnappt, scheint es auf den ersten Blick keinen Ausweg zu geben. Die Betroffenen sind am Boden, zu erschöpft und zu sehr von den Symptomen außer Gefecht gesetzt, dass sie sich selbst keine Strategie zurechtlegen können, um den Weg aus dem Burnout von selbst zu finden. Ohne kompetente Hilfe ist es schwer bis unmöglich, wieder auf die Beine zu kommen. Eine allgemein gültige Therapie gegen das Erschöpfungssyndrom gibt es nicht. Sie muss auf den Betroffenen und seine persönliche Situation zugeschnitten werden aber sie beginnt immer mit einer – oftmals vom Körper erzwungenen – Erholungsphase.

Wie lange diese Phase dauert, ist unterschiedlich. Manchmal reicht ein längerer Urlaub aus, in anderen Fällen muss mit Medikamenten nachgeholfen werden, die ausschließlich vom Arzt verordnet werden sollten. In jedem Fall ist das Erlernen von Entspannungsmethoden elementar wichtig. Ob das nun Yoga, Meditation, Muskelrelaxation oder eine andere Methode sein soll, ist Geschmackssache. Ist Körper und Seele erst einmal von den schlimmsten Stress-Symptomen befreit, kann es dann zum nächsten Schritt gehen.

Der zweite Streckenabschnitt auf dem Weg aus dem Burnout sollte dem Überdenken des bisherigen Leistungsanspruchs gewidmet sein. Dabei ist nicht der Anspruch gemeint, der sich aus dem Beruf und der Familiensituation ergibt und damit von außen kommt. Es geht um die Anforderungen, die man an sich selbst stellt und sich damit unter Umständen zu Leistungen antreibt, die vom internen Kräftesystem gar nicht vorgesehen sind und die damit zwangsläufig zur Erschöpfung führen.

Erst im dritten Schritt sollten die äußeren Stressoren ausfindig gemacht, analysiert und sortiert werden. Welche davon sind unabänderlich, welche können relativiert und welche vielleicht ganz abgeschafft werden? Im vierten Schritt sollte man sich auf die Suche nach künftiger Unterstützung machen. Burnout Patienten sind oftmals Einzelkämpfer und glauben, sie müssten die Last der Welt ganz allein auf ihren Schultern tragen. Ändert sich hier nichts, kann es leicht zur erneuten Überforderung und damit einhergehenden Erschöpfung kommen. Eine Burnout Therapie ohne eine Änderung der Lebensumstände macht keinen Sinn. Es hilft nichts, die eigenen Kräfte wiederherzustellen, ohne sich gleichzeitig von Anforderungen und Ansprüchen zu befreien, die zum  Zusammenbruch geführt haben.

Es gibt ein Leben nach dem Burnout. Wer diese Lebenskrise als Chance auf ein besseres Leben versteht, wird den Weg aus dieser Krise auch finden und gehen können.

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